Zitate aus den „Lehren des Šuruppak“ (Auswahl), Mesopotamien, um 2.000 bis 3.000 v.u.Zt.

„Mein Sohn, sage Wahres und handle aufrichtig.“

(Šuruppak, Abschnitt 50–52; vgl. Alster 2005)

„Ein falsches Wort ist ein Dolch: halte deine Zunge in Schranken.“

(Abschnitt 60–62; Thema rechte Rede)

„Wer falsch misst, wird selbst Verluste erleiden.“

(Abschnitt 140; frühes Motiv gerechter Wirtschaftsführung)

„Habe Respekt vor dem Armen; hilf dem Bedürftigen.“

(Abschnitt 125–128; soziale Verantwortung)

„Mißachte die Schwache nicht; verletze niemanden, der dir vertraut.“

(Abschnitt 117–120)

„Ein guter Freund ist ein Schatz; verachte ihn nicht, selbst wenn er arm ist.“

(Abschnitt 28–30)

„Gewalt bringt keinen Gewinn. Das Unrecht fällt auf den zurück, der es tut.“

(Abschnitt 215–217)

„Begehre nicht das, was einem anderen gehört.“

(Abschnitt 150–152)

„Wer maßlos isst, hat keinen klaren Kopf.“

(Abschnitt 33–35; frühes Motiv der Mäßigung)

„Ziehe nicht den Hass eines Menschen auf dich; sei nicht hochmütig.“

(Abschnitt 182–185)

„Derjenige, der sein Haus mit Gewalt füllt, wird es leer zurücklassen.“

(Abschnitt 270–272; moralisches Prinzip der Vergeltung)

„Vermeide Streit; er zerstört das Herz.“

(Abschnitt 93–95)

„Sorge dich um deinen Namen: ein guter Ruf ist besser als Reichtum.“

(Abschnitt 200–201)

„Höre auf Worte der Alten; ihr Rat ist wertvoller als Gold.“

(Abschnitt 18–20)

„Ehre deine Mutter und deinen Vater, damit du lange lebst.“

(Abschnitt 1–5; einer der ältesten Belege dieser Regel weltweit)

„Der, der die Wahrheit liebt, bleibt nicht ohne Führung.“

(Abschnitt 70–72)

„Der Übeltäter sagt: ‚Ich habe keinen Gott.‘ Und tatsächlich, es gibt keinen Gott an seiner Seite.“

(Abschnitt 260–262; moralisch-theologischer Zusammenhang)

„Wer sich selbst nicht beherrscht, stürzt sein Haus ins Unglück.“

(Abschnitt 110–112)