11. AWEN 2026 – Tag der Tugenden
5. September 2026
Anlässlich der 15. Langen Nacht der Religionen 2026 laden wir herzlich zu einem besonderen Tag rund um das Thema Tugenden ein – jenen Haltungen, die unser Leben, unser Handeln und unsere Gemeinschaft prägen.
Gemeinsam wollen wir erkunden, was Werte wie Weisheit, Mut, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Achtung in heutigen spirituellen Wegen bedeuten – und wie uralte Prinzipien von Ethik und Verantwortung in einer modernen Welt lebendig bleiben.

Workshops, Vorträge, Infostände und gemeinsame Rituale öffnen an diesem Tag Räume für Begegnung und Austausch zwischen unterschiedlichen heidnischen und spirituellen Wegen. Ob Druidentum, Ásatrú, Wicca, Hexentraditionen oder schamanische Pfade – überall finden sich Tugenden, die zur inneren Klarheit, zur Achtung des Lebens und zu einem bewussten Umgang mit der Welt führen.
Im Druidentum gelten Weisheit, Mut, Wahrhaftigkeit, Großzügigkeit, Ehre, Gastfreundschaft, Mäßigung, Gerechtigkeit, Mitgefühl und die inspirierende Kraft des Awen als zentrale Leitbilder.
Im Ásatrú werden Mut, Wahrhaftigkeit, Ehre, Treue, Disziplin, Gastfreundschaft, Arbeitseifer, Selbstvertrauen und Ausdauer als Grundhaltungen des guten Lebens geehrt.
In der Wicca-Tradition steht die Ethik der Verantwortung im Mittelpunkt – ausgedrückt in der Rede: „Tu was du willst, solange es niemandem schadet.“ Dazu treten Tugenden wie Liebe, Harmonie, Respekt vor Freiheit und Natur, Wahrhaftigkeit, Ausgleich und die Achtung des Lebens.
Auch Hexen und Schamaninnen betonen Achtsamkeit, Verbundenheit, Heilung, Mut, Verantwortung und das Hören auf die Weisheit der Naturgeister und Ahnen. Für sie ist Tugend weniger Regel als gelebte Balance – ein bewusstes Tun im Einklang mit allen Wesen.
So wird dieser Tag zu einer Einladung, Tugenden nicht nur zu lehren, sondern zu leben – im respektvollen Miteinander, in Inspiration und gegenseitiger Anerkennung. Denn Tugenden stehen nie für sich allein: Sie halten einander im Gleichgewicht und wirken zusammen wie vielfältige Wegweiser auf dem Pfad eines bewussten, verbundenen und wahrhaftigen Lebens.
SAVE THE DATE!
Programm und Details folgen.
Ort:
Inpaed Berlin e.V.
Manfred-von-Richthofen-Str. 2
12101 Berlin
Verkehranbindung:
U-Bahn: U6 Platz der Luftbrücke
Bus: M43, 248
Auf der Suche nach einem Titel für unsere Veranstaltungen anlässlich der jährlichen Langen Nacht der Religionen haben wir Verschiedenes erwogen. Wir hatten schon einen „Heidentag“ und andere Überschriften gewählt, aber nichts konnte so wirklich fassen, was der Geist unserer Veranstaltungen ist.
Nun haben wir etwas gefunden und es ist damit nicht das erste, sondern das 11. AWEN, das wir 2026 organisieren: Ein Tag und Abend mit pagan-interreligiösem Programm. Eine Zusammenkunft unserer verschiedenen Traditionen. Offen für Gäste und für Austausch. Zum Kraft tanken und vernetzen. Und dafür, in Berlin zu zeigen, wie vielfältig wir sind.
Awen – Ursprung, Bedeutung und Inspiration eines alten Wortes
Das Wort Awen stammt aus dem Walisischen und ist eines der zentralen Begriffe in der keltischen und insbesondere druidischen Tradition. Seine sprachliche Wurzel reicht weit zurück: Awen setzt sich zusammen aus aw („Atem“, „Hauch“) und der Endung -en, die ein Substantiv bildet. Wörtlich übersetzt bedeutet Awen also „heiliger Hauch“ oder „Inspiration“. Es verweist auf das göttliche Einströmen von Geist, Kreativität und Weisheit in den Menschen – eine Gabe, die Künstler, Dichter, Barden und Seher durchdringt und zu schöpferischem Tun anregt.
In den mittelalterlichen walisischen Texten, etwa im „Book of Taliesin“, bezeichnet Awen die poetische Inspiration, die vom Göttlichen selbst kommt. Der Dichter spricht nicht aus eigener Kraft, sondern als Gefäß einer höheren Wahrheit. Diese Vorstellung hat sich bis in das moderne Druidentum erhalten: Awen steht dort für das Einswerden mit dem schöpferischen Fluss des Lebens, für das Erkennen und Ausdrücken göttlicher Harmonie in allen Dingen. Oft wird das Symbol des Awen mit drei Strahlen dargestellt, die aus einem gemeinsamen Punkt entspringen – Sinnbild für Inspiration, Erleuchtung und Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele oder auch für Erde, Meer und Himmel.
Awen als interreligiöses Symbol
Gerade diese Offenheit und Mehrdeutigkeit machen Awen zu einem besonders geeigneten Leitmotiv für pagane, interreligiöse und bildende Veranstaltungen. Awen bezeichnet keinen Dogma-Begriff, keine festgelegte Gottheit und kein exklusives Glaubenssystem. Es ist vielmehr ein Wort für die gemeinsame Erfahrung, dass Inspiration, Erkenntnis und Kreativität aus einer Quelle jenseits des rein Menschlichen kommen – und dass alle Menschen an diesem Fluss teilhaben können.
In einem interreligiösen Rahmen verweist Awen somit auf das, was verbindet statt trennt: den schöpferischen Geist, der durch alle Traditionen weht. Ob man ihn göttliche Eingebung, Heiligen Geist, Musenatem, Orenda oder Mana nennt – überall findet sich die Vorstellung einer durchdringenden Lebenskraft, die alles beseelt.
Awen kann daher zum Symbol für gegenseitige Inspiration, Lernen und Verbundenheit werden. Es lädt ein, Religion nicht als starres System, sondern als lebendige Quelle zu verstehen, die Denken, Fühlen und Handeln durchströmt.
Warum Awen ein idealer Titel ist
Als Titel einer paganen-interreligiösen Veranstaltung steht Awen für die gemeinsame Suche nach Erkenntnis und Ausdruck. Es verkörpert:
• die Inspiration, aus der religiöse und künstlerische Schöpfung gleichermaßen entstehen,
• die Verbindung zwischen Menschen und dem Göttlichen, über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg,
• die innere Stimme der Weisheit, die in jedem von uns spricht, wenn wir zuhören.
So verweist Awen auf das, was alle spirituellen Wege vereint: den lebendigen Hauch des Göttlichen, der Denken und Handeln beseelt – und uns einlädt, gemeinsam zu atmen, zu lernen und zu schaffen.

